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+++ Pseudoverlag? Nein, danke! +++

 

Bild: © Fairlag

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Wortherkunft: Verlag

Verlag ist die älteste Bezeichnung für Kapital,
das von Verlegern/Käufleuten etwa seit dem
13. Jh. in der gewerblichen Massenproduktion
eingesetzt wurde, indem man z. B. Handwerkern
und Kleingewerbetreibenden Geld vorstreckte
(vorlegte). Die Organisationsform war bes.
ausgeprägt in der flandrischen Tuchindustrie,
dem Florentiner Wollgewerbe, der ital. und
franz. Seidenindustrie und wurde in der
Frühdruckzeit vom Druckgewerbe übernommen.

Lexikon des gesamten Buchwesens, 2., völlig neubearb. Aufl., hrsg.
von Severin Corsten [u.a.]. Bd. 8., Stuttgart, Hiersemann 2009, Seite 62

Verlagssystem, eine Form dezentralisierter
Gütererzeugung, wobei der Verleger die
Rohstoffe beschafft, vorschußweise ausgibt
(»vorlegt«) und den Absatz organisiert,
manchmal auch kostspielige Arbeitsgeräte
leiht, während die Arbeit in Heimarbeit
(Hausgewerbe, Hausindustrie)
ausgeführt wird.

Brockhaus-Enzyklopädie, in 24 Bd., 19., völlig neubearb. Aufl.,
Mannheim 1994, Band 23

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Rechtsprechungen

Bundesgerichtshof (NJW 2002, 1192
= AfP 2002, 169)
– „Käse-Vergleich“:

"Zuschussverlage verhalten sich gegenüber
den publizierenden Autoren
wie ein
Lebensmittelhändler, bei dem man ein
Pfund Käse verlangt, es bezahlt, dann
aber zu Hause feststellt, dass man nur
100 Gramm bekommen habe.
Dies ist jedoch ´Betrug´."

Das Landgericht München (Az. 4 6 U 2250/09)
hat mit Urteil vom 05.02.2009 entschieden, dass
der Begriff "Pseudoverlag" zulässig sei. Er, so der
Wortlaut im Urteil, "charakterisiert und beschreibt
den Unterschied der Leistungen des Dienstleister-
verlages von denen der üblichen Publikumsverlage,
die insbesondere die finanziellen Aufwendungen
für die Herausgabe eines Manuskriptes als Buch
vorlegen". Weiter heißt es wörtlich in dem Urteil:
"Die Dienstleisterverlage [...] sind eben keine
Verlage, wie die herkömmlichen Verlage,
wie sie im Verständnis auch der interessierten
Verkehrskreise aber auch der Allgemeinheit
bekannt sind."

Sehr geehrte Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Leser,

auf dieser unabhängigen Seite finden Sie wichtige Informationen zur
Aufklärung über Druckkostenzuschussverlage
(DKZV),
auch Pseudoverlage oder Dienstleisterverlage oder Bezahlverlage oder Zuschussverlage genannt.

Diese Unternehmen sind keine echten Verlage, da sie für ihre
und/oder Fremd-Leistungen vom Autor Geld verlangen bzw. verlangt haben in Form von Druckkostenzuschüssen, Lektorat/Korrektorat/Satz, Cover, PR,
Pflichtabnahmen, Textbeiträgen in Anthologien, E-Book-Vertrieb u. v. m.
mit den fadenscheinigsten Begründungen.


Meist locken sie mit "Verlag sucht Autor" oder
"Schreiben Sie? Wir verlegen Sie!" oder "Manuskript gesucht" u. Ä.
Von einem seriösen Verlag werden Sie solche oder ähnliche Werbung
niemals sehen.

Die Pseudoverlage loben fast jedes eingereichte Manuskript über den Klee,
nur um ihre Knebelverträge abzuschließen, die keinesfalls seriösen
Verlagsverträgen entsprechen und Kosten beinhalten,
die sie – wären sie echte Verlage – selbst vorschießen müssten.


Verlag kommt von "vor-legen".


(Einen ausführlich recherchierten Beitrag zur Wortherkunft
lesen Sie bitte hier.)


Der Autor hat am Ende – wenn er einen solchen Knebelvertrag unterschreibt –
zwar sein Buch in gedruckter Form (wenn er Glück hat, sogar auch
als eBook),
aber das war es auch schon. Nein, nicht ganz, sein Sparkonto ist geschröpft
oder das des Sponsors ...

Bild: unbekannt


Das Buch wird von einem DKZV weder wertgeschätzt, beworben noch
wird sich in irgendeiner Form um den Autor oder die Vermarktung gekümmert,
denn das Unternehmen hat ja bereits sein Geld und tut dann meist nichts mehr
– oder verlangt erneut Zuschüsse für diverse "Sonderleistungen" (z. B. das Buch auf einer Buchmesse auszustellen, womit er seinen eigenen Stand finanziert).
Eine weitere Masche ist deren Aussage, man sei kein DKZV, biete jedoch aufgrund der Nachfrage oder anderer "Gegebenheiten" Dienstleistungen an. Dies ist ein Widerspruch in sich: entweder Verlag oder Dienstleister oder das Dienstleistungsunternehmen deutlich getrennt vom Verlag. Eine solche "Mischform", indem Dienstleistungen unter dem Verlagslabel angeboten wurden bzw. werden, ist eindeutig als DKZV/Pseudoverlag einzustufen.

Da die Zuschussverlage mit den unterschiedlichsten Maschen weiterhin
auf Autoren-Fang gehen, haben wir es uns – wie mittlerweile mehr als
60 Autorenverbände und Institutionen dies ebenso seit Jahren tun –
zur Aufgabe gemacht, auf diese Missstände im Verlagswesen
aufmerksam zu
machen, die einseitig zu Lasten der Autoren gehen.

Es ist nicht möglich, alle DKZVs zu outen, darauf kommt es uns nicht an.
Wir möchten durch die
grundsätzliche Aufklärung vor allem unerfahrenen Autoren Informationen an die Hand geben, um einen Pseudoverlag an sich
zu erkennen
 
das allein ist unser Ziel.

Verlagsvertrag eines DKZV

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Veröffentlichungsangebot eines DKZV

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So denken Pseudoverleger über Autoren ...






Hol dir den Button für deine Website.
Klick mit der rechten Maustaste auf das Bild: "Grafik speichern unter ..."


Auch die Medien berichten ausführlich:


Bayerischer Rundfunk
über Zuschussverlage:
"Das sind alles so Bauernfängertricks"

vom 06.02.2015

Klick aufs Bild oder: >>

SWR-Fernsehen:
"Pseudoverlage: Geschäfte
mit Hobbyautoren"
vom 20.11.2014

Klick aufs Bild oder: >>

 


 

»Als unerfahrener Autor gerät man schnell an den Punkt, an dem man merkt, dass ein Buch noch lange
nicht im Buchladen liegt, bloß, weil man es geschrieben hat.
„Wie finde ich einen Verlag“ ist sicherlich eine
der am häufigsten gestellten Fragen, und es bedarf einiger Zeit, bis man sich alle nötigen Informationen zusammengesucht hat.

Der übliche Ablauf ist:

                      

1. Der Autor schreibt das Buch.
2. Der Autor schickt das Manuskript an einen Verlag.
3. Der Verlag ist interessiert, handelt einen Vertrag mit dem Autor aus.
4. Ein Lektor lektoriert das Manuskript, bespricht ggf. Änderungen mit dem Autor.
5. Der Autor setzt die Änderungsvorschläge ganz oder zum Teil um.

6. Das Manuskript, zurück im Verlag, wird Korrektur gelesen, gesetzt, gedruckt, vertrieben.
7. Das fertige Buch ist im VLB gelistet, liegt im Buchhandel aus und kann gekauft werden.

Ohne Frage ist Punkt 3 einer der schwierigsten überhaupt, denn bis ein Verlag gefunden wurde, können Monate oder Jahre vergehen, vielleicht finden man überhaupt keinen.
(Dass hierbei auch ein Agent zwischengeschaltet werden kann, sei einmal außen vor gelassen.)

Weil Punkt 3 so schwer ist, haken hier Zuschussverlage ein, die anscheinend händeringend nach Autoren suchen, Prospekte verteilen, das Manuskript sehr schnell als viel
versprechend loben, eine Veröffentlichung in Aussicht stellen ..., aber dann Geld dafür verlangen.

Beim Schreiben eines Buches mit allem, was man dazu handwerklich wissen muss, helfen einem auch unzählige Bücher zum Thema, Autorenvereinigungen,
Seminare, Kurse und Diskussionsforen.

Bei der Suche nach Verlag oder Agent können einem die vielen hervorragenden Nachschlagewerke helfen, mit nützlichen Hinweisen und Verlagsadressen,
wie zum Beispiel das „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ oder das „Jahrbuch Autoren/Autorinnen“.

Es ist ein schwieriges Geschäft, nur wenigen gelingt es, einen Fuß in die Tür der großen Verlage zu  bekommen. Aber es gibt dabei in jedem Fall eine einfache Regel:
Der Autor bezahlt an keiner Stelle des gesamten Prozesses für irgendetwas. Er schießt auch nichts vor, das später abgerechnet würde.
Es werden auch keine Honorare vom Autor einbehalten.

Das Gegenteil ist der Fall, es ist immer der Verlag, der zahlt, und der Verlag schießt vor – und das wird später abgerechnet.
Bei großen Verlagen gibt es sogar Garantiehonorare, die nicht einmal zurückzahlbar sind, wenn die Verkäufe sie nicht decken!«

(Textauszug aus: www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com)


„Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint,
so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit oder Schwäche."

(René Descartes)


Und wer keinen Verlag für sein Buchprojekt begeistern kann oder auch nicht möchte (das gibt es ja auch),
kann heutzutage als Selfpublisher auf vielen transparenten Dienstleisterportalen seine Werke
(als Print und eBook) veröffentlichen, was sogar bei einigen Plattformen komplett kostenlos ist.
Zur Orientierung gibt es dazu ebenso einige sehr gute Ratgeber.
Die einzigen Kosten entstehen für Coverdesign sowie Lektorat/Korrektorat/Satz,
wenn man dem Leser einen guten Text in die Hand geben möchte.
Auf den vielen Social Networks ist die Buchbewerbung in Eigenregie möglich und kostet "nur" Zeit, die man für das
eigene Buch sicherlich gerne aufwendet (wenn dies nicht möglich ist, gibt es auch hierfür faire Dienstleister).

Unter dem Strich investiert ein Autor im Selfpublishing vielleicht etwas mehr Zeit, aber entschieden weniger Geld für sein Buch als in einem Pseudoverlag –
und ist unabhängig sowie behält alle Rechte an seinem Werk.

 

So bleibt zu hoffen, dass den Zuschussverlagen immer mehr Autoren durch die Hände flutschen und bald ganz verschwunden sind oder – geläutert
als transparente und faire Dienstleister einen neuen seriösen Weg einschlagen ...

 
 





                                                  Sie finden a
uf der nächsten Seite eine:
  Liste Pseudoverlage/DKZV




  Es gibt noch viele mehr,
die uns aber leider (noch) nicht bekannt sind.


Es ist unser Anliegen – aus eigenen negativen Erfahrungen mit diesen Abzockern –,
vor diesen schwarzen Schafen der Buchbranche zu warnen,
und wir hoffen, dass dies immer mehr Autoren lesen, hören, weitersagen
und vor allem vor ihnen bewahrt werden.
Auch für Leser sind diese Praktiken der Pseudoverlage interessant,
denn sie zahlen letztendlich die letzte Rechnung der Abzocker in Form des meist überteuerten Buchpreises ...

 

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Links zu Autorenverbänden mit weiteren Infos:

 

Fairlag - Aktionsbündnis für faire Verlage

Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V.

Montségur - Autoren Forum

     

Infobroschüre als E-Paper auf Yumpu



... und als kostenfreies eBook bei Amazon, Buch.de, Thalia und vielen anderen eBook-Shops.
 

 
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